Come Play with Us, Danny! (Bori Máté, Hungary 2021) Single channel, HD video with sound
Copyright: Bori Maté

Come Play with Us, Danny! (Bori Máté, Ungarn 2021)
Einkanal, HD-Video mit Ton

Das für dieses Video verwendete Material war ein zur Entsorgung bestimmtes 35mm-Fragment eines alten Werbespots aus dem ungarischen Filmarchiv. Es zeigt eine ältere Version eines Fernsehers mit dem Bild einer Frau. Die Sounds (Geräusche elektronischer Geräte wie Radio, Telefon usw.) habe ich in der BBC Sound Effects-Bibliothek gefunden. Die gesprochenen Worte stammen aus Stanley Kubricks Film Shining (1980): „Come play with us, Danny.“ Das Ausrufezeichen ist von mir.

Abgesehen davon, dass mit diesem Filmfragment triviale Medienformen wie das Fernsehen und sein unverzichtbarer Partner – der oft ideologisch aufgeladene Werbespot – in Erinnerung gerufen werden, versteht sich meine Arbeit einerseits als Kritik an diesen Formen und setzt sie in Anführungszeichen, indem sie eine radikalere Bildsprache verwendet. Andererseits beruft sich meine Arbeit auch sowohl auf die Traditionen handgemalter abstrakter Filme als auch auf strukturalistische Filme. Sie verweist somit nicht einfach nur auf klassische Medienformen, sondern eröffnet eine Diskussion über verschiedene Arten des Experimentierens. Der akustisch verzerrte Satz aus Stanley Kubricks Film Shining (1980) ist ein Hinweis auf Appropriationsstrategien des experimentellen Films und auf die Verbindungen zwischen Hollywood und experimentellem Kino. Der Satz selbst fungiert auch als Einladung, ein Gebiet zu betreten, dessen Grenzen noch zu entdecken sind.

Bori Máté ist eine ungarische experimentelle Filmemacherin und derzeit Doktorandin an der Universität für angewandte Kunst in Wien (Betreuung: Gabriele Jutz). Máté studierte Filmgeschichte und Filmtheorie an der Eötvös Loránd Universität in Budapest. Sie macht seit 2016 Filme. Die meisten ihrer Arbeiten sind handgemalte abstrakte Filme. In ihren Soloprojekten (The Headless Appearance, 2017; The Silent Spring Seahorse, 2018) beschäftigt sich Máté mit Fragen der Wahrnehmung, der Funktionsweise von Erinnerung und der Unzugänglichkeit von Realität. Sie arbeitet regelmäßig mit anderen Künstlern wie Péter Lichter und Ádám Márton Horváth zusammen. Ihr jüngster experimenteller Spielfilm, The Philosophy of Horror (2020–21) ist eine abstrakte Reflexion des berühmten gleichnamigen filmtheoretischen Textes von Noël Caroll. Mátés Filme wurden auf Filmfestivals wie Berlin Critics’ Week, Jihlava IDFF, Filmfestspiele Oberhausen, Filmfestival Cottbus und Filmfestspiele Turin gezeigt.