Ingeborg Reichle spricht auf der Tagung Natur und Hightech in Gesellschaft, Wissenschaft und Kunst

Mit „Survival of the Fittest. Zum Verhältnis von Natur und Hightech in der zeitgenössischen Kunst“ widmet sich das Kunstpalais in Erlangen vom 29. Februar bis zum 24. Mai 2020 mit einer internationalen Gruppenausstellung einem Thema von globaler Bedeutung: In den letzten zwei Jahrzehnten wurde im Diskurs um die Zukunft der Menschheit zunehmend die Gefahren ins Zentrum gerückt, die von Umweltzerstörung und insbesondere den Folgen des Klimawandels für das Überleben unserer Spezies ausgehen. Globale politische Bewegungen gaben dem Thema im letzten Jahr eine neue Dringlichkeit. Sie fordern einen sofortigen ökologischen Paradigmenwechsel auf allen Ebenen der Gesellschaft. Die Rolle, die Technologie dabei spielen kann und sollte, wird kontrovers diskutiert. Ob Künstliche Intelligenz, Blockchain-Technologie, Big Data oder Bioengineering – Optimist*innen preisen technologische Innovationen als Schlüssel zur Rettung unserer Umwelt, während Kritiker*innen diese Hoffnung als naiv bezeichnen und auf einen zunehmenden Mangel an Verständnis neuester Technologien zurückführen. In einer Flut von widersprüchlichen Informationen über den Zustand der Welt und angesichts des rasanten technologischen Fortschritts wird es zunehmend schwieriger, den Status Quo zu evaluieren. In eine Endzeitstimmung ähnlich der Zeit vor hundert Jahren mischen sich Gefühle von Aufbruch und Untergang, Euphorie und Ohnmacht, Dekadenz und Weltschmerz. Die internationale Gruppenausstellung im Kunstpalais zeigt 13 künstlerische Positionen die sich in unterschiedlichen Medien dem facettenreichen Verhältnis von Natur und Hightech nähern. In Fotografie, Video, Plastik, Installation, VR, Augmented Reality und Performance wird das diskursive Feld weit gesteckt. Von dekonstruktiv-kritischen Positionen über optimistische Zukunftsperspektiven bis hin zu phantastischen Visionen einer Wiederverzauberung der Natur wird der Frage nachgegangen, wie sich unser Verhältnis zur Umwelt in Zukunft gestalten lässt. Der wachsenden Komplexität des Themas begegnet die Ausstellung, indem ungewöhnliche und kreative Perspektiven die Grenzen des Erwartbaren verschieben. Teilnehmende Künstler*innen sind: Tega Brain (AU) & Julian Oliver (NZ) & Bengt Sjölen (SE), James Bridle (UK), Simon Denny (NZ), Anna Dumitriu (UK) & Alex May (UK), Futurefarmers (International), Alexandra Daisy Ginsberg (UK), Andreas Greiner (DE), Paul Seidler (DE) & Paul Kolling & Max Hampshire (UK), Jonas Staal (NL), und Pinar Yoldas (TR).

Am Samstag, den 14. März und Sonntag, dem 15. März 2020 findet im Kunstpalais die internationale Tagung Survival of the Fittest? Natur und Hightech in Gesellschaft, Wissenschaft und Kunst statt. Im Rahmen der Ausstellung werden die Erwartungen und Ängste, aber auch die Neugier und Hoffnung, die das Zusammenspiel von Natur und Technik hervorruft, diskutiert. Zudem werden politische Forderungen und kreative Konzepte, wie die Welt von morgen technologisch und ökologisch gestaltet werden soll, erörtert. Die Beiträge der internationalen Referent*innen beschäftigen sich mit den aktuellen technischen Möglichkeiten, Umweltveränderungen vorauszusagen und zukunftsweisende Entscheidungen zu treffen. Auch werden Verfahren aus den Bereichen Bioengineering und Digitalisierung zur Schonung der Umwelt, sowie ihre politische und ökonomische Implementierung besprochen und nicht zuletzt spielerische und künstlerische Antworten auf das Thema vorgestellt. Sprecher sind: Prof. Dr. Ingeborg Reichle (Universität für angewandte Kunst Wien), Prof. Dr. Joachim Fensterle (Hochschule Rhein-Waal), Prof. Dr. Niko Paech (Universität Siegen), Prof. Dr. Holger Puchta (Karlsruher Institut für Technologie), Jonas Staal (Künstler), Dr. Christoph Then (Testbiotech e. V.), Dr. Yvonne Volkart (Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW Basel), Hendrik Zimmermann (Germanwatch e. V.), Ankit Kariryaa (Universität Bremen) und Dr. Johanna Leissner (Fraunhofer-Gesellschaft).

Kunstpalais & Städtische Sammlung Erlangen
Kunstpalais Stadt Erlangen – Palais Stutterheim
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