Jessica Pikal, SMART EXPORT: JESSIE 2020, 2020. Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Jessica Pikal.
Guy Sherwin, Optical Sound, 2007, Kadervergrößerung. Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Guy Sherwin.
Siegfried A. Fruhauf: Structural Studies, 2003, C-Print auf Alu. Foto: Mit freundlicher Genehmigung von Siegfried A. Fruhauf.

Profil

Die Abteilung für Medientheorie schafft Raum für Reflexion mit und für Studierende, wissenschaftlich Interessierte, sowie Künstlerinnen und Künstler. Vor dem Hintergrund einer langen historischen Erfahrung mit vormals neuen Medien, wie der Fotografie, dem Film, dem Fernsehen oder dem Video, trägt die Abteilung dazu bei, gegenwärtige Entwicklungen reflexiv einzuholen und historisch zu verorten. Durch die Linse neuester Medienentwicklungen betrachtet, erscheinen so auch ‚alte‘ Medien in neuem Licht.

Ein Medium ist mehr als ein technisches Werkzeug und kann nicht auf seine physikalischen Eigenschaften reduziert werden. Vielmehr verstehen wir Medien als komplexe, ineinandergreifende Systeme diskursiver, institutioneller, textueller, spektatorieller, psychologischer und technischer Aspekte. Die Verlagerung des Fokus vom Einzelmedium auf den relationalen Charakter von Medienkonfigurationen bringt diese wechselseitigen Durchdringungen in den Vordergrund. Auf diese Weise möchte die Abteilung neue Formen des kollektiven Ausdrucks und der transindividuellen Erfahrung beleuchten.

Neben der Bereitstellung von theoretischen, methodischen und historischen Grundlagen der Medienwissenschaft befasst sich die Abteilung in Forschung und Lehre mit einem vielfältigen Spektrum von Medien und ihren jeweiligen Dispositiven (der Begriff, den wir für diese ‚komplexen, ineinandergreifenden Systeme‘ verwenden). Schwerpunkte sind:
– das dynamische und expandierende Feld der ‚moving image-based art‘, vom Experimentalfilm, experimenteller Animation und hybriden Formen (bewegte Bilder kombiniert mit Malerei, Fotografie, Performance, Skulptur usw.) bis zu ‚artists’ moving images‘ in der Galerie oder im Museum;
– das Verhältnis zwischen Analogem und Digitalem, insbesondere in Bezug auf vernetzte Medientechnologien und -praktiken;
– Bild-Ton-Beziehungen in audiovisuellen Praktiken, die in künstlerischen Kontexten verankert sind;
– jüngste Medienentwicklungen, insbesondere mit Blick auf automatisierte Datenanalyse und maschinelles Lernen; ebenso aktivistische und künstlerische Praktiken, die sich mit Datafizierung und den daraus entstehenden Ungleichheiten befassen;
– Videokunst und ihre Überschneidungen mit Film, Musik, Fernsehen und Internet;
– Dokumentarfilm (Film/Video) und seine Produktionsweisen (kollektiv, partizipativ, unabhängig usw.); dokumentarisches Arbeiten als künstlerische Strategie;
– audiovisuelle Medienproduktion als künstlerische Forschung;
– Künstliche Intelligenz und Kreativität;
– Methoden und Methodologien der Medienwissenschaft.

Durch den dreifachen Fokus auf Theorie, Geschichte und künstlerische Praxis hat sich in der Abteilung zudem ein Schwerpunkt zu künstlerischer Forschung etabliert. Zurzeit sind zwei herausragende Forschungsprojekte, die durch das Programm zur Entwicklung und Erschließung der Künste (PEEK) des Österreichischen Wissenschaftsfonds (FWF) gefördert werden, an der Abteilung angesiedelt. Außerdem ist die Abteilung an einer Reihe nationaler und internationaler Forschungskooperationen beteiligt.

Die Abteilung für Medientheorie möchte aktiv dazu beitragen, ein diskriminierungsfreies Arbeitsumfeld und eine diskriminierungsfreie Lernatmosphäre zu schaffen, die kritische und heterogene Forschung und Lehre von höchster Qualität ermöglicht.